Mal außer der Reihe ein knapper Kommentar zur Medienpolitik: Helmut Heinen, Präsident des BDZV, schimpft im „Handelsblatt“ auf die zunehmende Präsenz von Informationen auf den Webseiten von ARD und ZDF: „Das hat nichts mehr mit Rundfunk zu tun. Da entstehen Telemedien.“ (via Turi2) Die Meldung ist 10 Tage alt, es hätte aber nicht überrascht, sie in gleichem Wortlaut irgendwo im Archiv von 2005 zu finden. Was nämlich die Verlagsverbände BDZV und VDZ, genauso wie der VPRT, am allerbesten können, ist genau das: schimpfen. Schimpfen auf die Angebote der Öffentlich-Rechtlichen, in welcher Form sie auch immer vorliegen. Ich habe kürzlich eine Diplomarbeit zum Thema geschrieben und es fiel mir schwer, während der Abschnitte, die die Interessen der Verbände und der ÖR bezüglich des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags behandelten, nicht öfter mal meine Hand auf die Herdplatte zu pressen, damit der körperliche den seelischen Schmerz überlagern möge. Im Rahmen der wissenschaftlichen Annäherung durfte ich nämlich nicht schimpfen. Wie gerne hätte ich es getan! Ich hätte nicht mal ordentlich recherchieren müssen, denn was seitens der Verbände und ihrer Lobbyisten als Argument vorgebracht wird, ist immer und immer wieder das Gleiche. Geht es nun um Hintergrundberichte auf den ö-r Nachrichtenseiten, um den Abruf von Sendungen in den Mediatheken oder um Apps für Smartphones und iPad. Immer wieder heißt es: Die Öffentlich-Rechtlichen dürfen das nicht, sie haben keine Legitimation, es ist unlauterer Wettbewerb, mit Hilfe von Gebührengeldern in den Wettbewerb einzugreifen. Machen sie so weiter, wird es uns tausende von Arbeitsplätzen kosten. Wir sollten ihnen jede Form von Expansion oder Innovation im Internet verbieten. More
2010-07-02