Meine Eltern sind Kinder des Kriegs. Sie sind aufgewachsen in einem Klima der Intoleranz, des Hasses und der Zerstörung. Sie waren noch klein, als der Krieg endete, doch die Erlebnisse dieser schrecklichen Zeit haben sie ungemein geprägt. Die Mutter, die in einem großen Haus lebte und sich dieses mit vielen, vielen Flüchtlingen teilte. Der Vater immer auf der Flucht und auf Wanderschaft, suchend nach dem nächsten Zuhause. Sie sprechen nicht viel über diese Zeit und die Kinder - mich eingeschlossen - fragen zu wenig. Als ich klein war, musste ich Unmengen von Kriegsdenkmälern besuchen, ich bekam Bücher über jüdische Kinder geschenkt, die blondes Haar hatten und dennoch den Krieg nicht überlebten, ich besuchte die jüdische Gemeinde und wurde zumindest allgemein über die damaligen Geschehnisse aufgeklärt. In meiner Kindheit gab es im Fernsehen nach der Tagesschau TV-Serien, die gefühlt immer etwas mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun hatten, viele Abende gingen mit "das Boot" und Herbert G
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