Morgen haben wir Premiere bei der Volksbühne Spinnrad, und ich bin nach langer Zeit wieder einmal etwas nervöser als gewöhnlich. Keine Ahnung warum, ist so. Vielleicht liegt es an der ganz speziellen Atmosphäre des Stücks, an seiner Intimität, die mich auf der Bühne unsicher macht.
Meine Rolle, "Herr Waldmann", ist ein nach aussen hin weltoffener, autoritärer Mensch, der im Laufe der knapp 75 Minuten immer mehr Pessimismus und Unsicherheit zeigt und zulässt. Das Tolle an Rolf Stemmles Charakteren und den Dialogen ist tatsächlich, dass ich mich als Schauspieler immer zwischen Unbehagen, Souveränität, Wärme und dann wieder Arroganz bewegen kann und muss. Und das macht den Reiz an "Winterwärme" für mich aus. Die vier Charaktere erleben in knapp einer Stunde so viel Sympathie und Antipathie wie in kaum einem anderen Stück, das ich bislang kenne. Befremdung wird zu Freundschaft, Freunschaft wird zu Rivalität, Rivalität wird zur Befreiung.
Einer meiner liebsten Momente im Stück ist eine S
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