Der schreckliche Mord an zwei jungen Menschen in Bodenfelde hat scharfe Kritik an einem angeblichen Versagen der Staatsanwaltschaft provoziert. Sie hätte es versäumt, den inzwischen geständigen Täter nicht schon rechtzeitig vor der Tat in Haft zu nehmen, wie es die Polizei wollte. Woran liegt es, dass unser System des Vollzugs von Strafen immer wieder in die Kritik gerät, warum werden Effizienzprobleme in der Rechtspflege nicht gelöst? Ein Beitrag für das politische Feuilleton von Deutschlandradio Kultur:
Wieder einmal ist es passiert: Ein polizeibekannter Straftäter entzieht sich den gerichtlichen Anordnungen und Kontrollen und tötet innerhalb weniger Stunden Unschuldige. Konnte das nur geschehen, weil die Justizbehörden versagten? So jedenfalls sieht es der Bürgermeister von Bodenfelde, der scharfe Kritik an der zuständigen Staatsanwaltschaft übt. Und die Justiz wäre gut beraten, diese Vorwürfe in größtmöglicher Transparenz und der gebotenen Selbstkritik aufzuklären.
Alles, was man zu dem Geschehen in Bodenfelde lesen kann, deutet jedoch darauf hin, dass in diesem Unglück - wenn überhaupt - weniger ein individuelles Versagen von Staatsanwaltschaft oder Gericht die zentrale Rolle spielt, sondern vielmehr ein grundsätzliches. Das macht den sinnlosen Tod dieser jungen Menschen nicht weniger unerträglich, weist aber dennoch darauf hin, woran es bei uns inzwischen sehr deutlich mangelt:
Justiz hat in Deutschland keine Lobby!
Mein vollständiger Beitrag für das politische Feuiletton von Deutschlandradio Kultur ist hier als Text und Ton abrufbar:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1338815/
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