
Zu Peter Sloterdijks Wiedervorlage seiner Gaben-Philosophie 10.12.2010 Milde Gabe eines Revanchiste
An dem publizistischen Ort, an dem vor eineinviertel Jahr (am 26.September 2009) der Frankfurter Sozialphilosoph Axel Honneth gegen das steuerpolitische Allotria des Karlsruher Philosophen Peter Sloterdijk vehementen Ein- & Widerspruch angemeldet hatte - nämlich im Feuilleton der Wochenzeitung der ZEIT -, betritt nun (Nr. 49) plötzlich Sloterdijk die Szene & verkündet triumphierend: Warum ich doch recht habe.
Damals verschmähte der kritisierte Sloterdijk die ZEIT und zog es vor, seinen Widerredner Honneth in der FAZ zu schmähen, wo allerdings auch der von Honneth angegriffene sloterdijksche Essay erschienen war; und im damals noch streng konservativen CICERO tobte sich der erfolgsverwöhnte Sloterdijk seitenlang aus, indem er den Kardinalverbrechern & Majestätsbeleidigern, vulgo: seinen Kritikern, hohnvoll seinen aufgeschäumten »Bescheid« gab. Denn nach Honneth nahmen sich noch andere des »Steuerpolitikers« Sloterdijk kritisch an. Nun aber, mehr als ein Jahr später und mit nachtragende Wut & kaltem Zorn, befindet Sloterdijk: Hic tempus, hic salto!
Nietzsche hat in seinem Ecce homo mit Behauptungen wie: Warum ich so weise... so klug... ein Schicksal (bin) und Warum ich so gute Bücher schreibe seinen Übergang zum finalen Wahnsinn besiegelt. Sloterdijk, der jetzt die Angeber-Karriere solcher großmäuligen Warum-Sätze in der Philosophie fortsetzt, sucht jedoch nur die finale Rechthaberei.
Es ist aber wahnwitzig von ihm, zu glauben, die schiere Wiederholung seiner Phantasmen - vermindert um deren ursprüngliche Ressentiments-Motive & vermehrt um üble Nachreden über seine Kritiker - könne nun seine Rechthaberei begründen. Keinen der vielen & mannigfachen sachlichen Einwände gegen seine Idee einer »Umstellung der öffentlichen Haushalte von Zwangssteuern auf freiwillige Bürgerspenden« hat er der Diskussion oder gar der rationalen Widerlegung für wert befunden.
Derlei pragmatischen Krimskrams kann sich der philosophische Überflieger aus Karlsruhe ersparen, weil gegen eine Welt von misanthropischen Pessimisten & ihren »traurigen Ansichten über die menschliche Natur« allein er an die »unbestreitbar vorhandene generöse Komponente im menschlichen Seelenhaushalt« glaubt - wofür er (wenn auch nur auf geistiger & nicht materieller Ebene) mit seinem jetzigen Rachefeldzug gegen seine Kritiker ein leuchtendes Beispiel gibt.
Die Generosität, der er das Wort redet (ohne dass man wüsste, ob wenigstens er ihm auch materielle Taten folgen lässt), darf der Ex-Baghwan-Jünger bei »unseren kritischen Kommentatoren« nicht erwarten. Denn es handele sich dabei - erklärt er erkennungsdienstlich, ohne die Quellen seiner pejorativ inkriminierenden Kenntnisse zu nennen -, »überwiegend (um) Journalisten und Sozialwissenschaftler altlinker, gelegentlich sogar altleninistischer und paläomaoistischer Provenienz.«
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